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Schriftliche Multiplikation: Wie die Malaufgabe mit großen Zahlen gelingt

31. August 2026 · 6 Min. Lesezeit

234 mal 26 im Kopf? Das schafft kaum ein Erwachsener, und das ist auch nicht der Sinn der Übung. Ab der vierten Klasse lernen Kinder ein Verfahren, mit dem sich beliebig große Zahlen zuverlässig multiplizieren lassen, ohne dass das Kurzzeitgedächtnis überläuft: die schriftliche Multiplikation. Anders als beim Einmaleins geht es hier nicht um Abrufen, sondern um ein sauberes Nacheinander von kleinen, bekannten Schritten.

Das Verfahren wirkt auf den ersten Blick wie eine neue, fremde Rechnung. Tatsächlich ist es eine Kombination aus zwei Dingen, die dein Kind schon kann: dem kleinen Einmaleins und dem Übertrag aus der schriftlichen Addition. Wer beides sicher beherrscht, muss beim schriftlichen Multiplizieren nur noch lernen, in welcher Reihenfolge es zusammenkommt.

Der Baustein, den dein Kind schon kann

Schriftliche Multiplikation ist im Kern eine lange Kette von Einmaleins-Aufgaben, bei denen ab und zu ein Übertrag entsteht — genau wie bei der schriftlichen Addition. Wenn dein Kind bei 7 · 8 = 56 nicht zögert und weiß, dass die 5 als Übertrag zur nächsten Spalte wandert, sind die beiden wichtigsten Bausteine schon vorhanden. Fehlt einer der beiden, lohnt es sich, dort zuerst nachzuschärfen — der neue Algorithmus macht sonst zwei Baustellen gleichzeitig auf.

Schritt für Schritt: eine Ziffer mal eine ganze Zahl

Der einfachste Fall hat nur eine Ziffer im Multiplikator, zum Beispiel 234 · 6. Gerechnet wird von rechts nach links, Stelle für Stelle: 6 · 4 = 24, die 4 wird notiert, die 2 als Übertrag gemerkt. Dann 6 · 3 = 18, plus der Übertrag 2 macht 20 — die 0 wird notiert, die 2 wandert weiter. Zuletzt 6 · 2 = 12, plus Übertrag 2 macht 14, komplett aufgeschrieben, weil keine weitere Stelle folgt. Ergebnis: 1404.

Wichtig ist hier vor allem das Tempo: lieber jede Spalte laut mitsprechen („sechs mal vier ist vierundzwanzig, vier hin, zwei im Kopf“) als schnell und stumm rechnen. Das Mitsprechen ist die beste Fehlerbremse, die es gibt.

Zwei Ziffern im Multiplikator: die Teilprodukte

Sobald der Multiplikator zweistellig wird, ändert sich das Verfahren an einer entscheidenden Stelle: Es entstehen zwei Teilprodukte, die am Ende addiert werden. Für 234 · 26 wird zuerst mit der Einerziffer gerechnet: 234 · 6 = 1404. Dann mit der Zehnerziffer: 234 · 2 = 468 — aber dieses Teilprodukt beginnt eine Stelle weiter links, weil es eigentlich 234 · 20 ist, also 4680. Die um eine Stelle nach links verschobene Null ist keine Formalität, sondern zeigt genau, dass hier mit Zehnern gerechnet wurde. Die Summe der beiden Teilprodukte, 1404 + 4680, ergibt 6084 — das Endergebnis.

Diese Verschiebung ist die Stelle, an der viele Kinder das erste Mal wirklich verstehen müssen, statt nur nachzumachen: Warum rutscht die zweite Zeile nach links? Ein gutes Bild ist, laut zu sagen, was gerechnet wird — nicht „zwei mal vier“, sondern „zwanzig mal vierhundert“ — dann erklärt sich die Verschiebung von selbst.

Die zwei häufigsten Fehler

Der häufigste Fehler ist genau diese vergessene Verschiebung: Das zweite Teilprodukt wird unter das erste geschrieben, statt eine Stelle nach links versetzt — dann kommt am Ende eine viel zu kleine Zahl heraus. Ein Blick auf die Größenordnung hilft beim Gegenchecken: 234 · 26 muss ungefähr 200 · 25 = 5000 sein, keine dreistellige Zahl.

Der zweite Klassiker ist ein vergessener oder falsch addierter Übertrag mitten in der Reihe — meist, weil zu schnell und im Kopf statt notiert gerechnet wird. Der Merksatz dagegen: Der Übertrag wird immer klein über die nächste Spalte geschrieben, nie nur gemerkt. Was auf dem Papier steht, kann nicht vergessen werden.

Drei Übungen für Zuhause

Schriftliche Multiplikation braucht vor allem eins: viele kleine, überschaubare Aufgaben statt einer einzigen großen.

  • Der Überschlag zuerst: vor jeder Aufgabe kurz schätzen, wie groß das Ergebnis ungefähr sein müsste — das macht Verschiebungsfehler sofort sichtbar.
  • Die laute Zeile: eine Aufgabe komplett laut vorrechnen lassen, jede Ziffer und jeden Übertrag benennen — Fehler entstehen fast immer dort, wo leise gerechnet wird.
  • Die Rechenkontrolle: dieselbe Aufgabe mit vertauschten Faktoren noch einmal rechnen (26 · 234 statt 234 · 26) — kommt dasselbe Ergebnis heraus, war beide Male richtig gerechnet.

Schriftliche Multiplikation ist kein neues Fach, sondern eine neue Reihenfolge für zwei altbekannte Fähigkeiten. Sobald Einmaleins und Übertrag sicher sitzen und die Stellenverschiebung einmal laut erklärt wurde, wird aus einem einschüchternden Rechenschema ein Verfahren, das für jede Zahl funktioniert — egal wie groß.

Schriftliche Multiplikation: Wie die Malaufgabe mit großen Zahlen gelingt